Caritas Allgäu

Demenz

Was passiert, wenn Menschen an Demenz  (lat: Dementia „ohne Geist“ bzw. Mens = Verstand, de = abnehmend) erkranken?

Oft verlieren sie die Kontrolle über das Denken und ihren Körper. Das Verhalten und der Charakter, die einer Person ein Leben lang zu eigen waren, gehen verloren.

Unsere Leistungen für Sie:

  • Beratung für Angehörige, Betroffene und Interessierte
  • Einzelbetreuung im häuslichen Umfeld
  • Demenz-Gruppe (14tägig / Mittwoch / 11:00 -17:00 Uhr)
  • Gesprächskreis und Schulungen für pflegende Angehörige
  • Ambulante Pflege

 

Wenn die Welt verloren geht

Es beginnt unauffällig. Der Schlüssel ist unauffindbar, sobald man das Haus verlassen will. Der Heimweg sieht im Dunkeln plötzlich ganz unbekannt aus. Mit dem Verlauf einer demenziellen Erkrankung gehen Gedächtnisleistung und Denkvermögen zunehmend verloren. Was Betroffene jedoch als weitaus schlimmer erleben, ist der Verlust der eigenen Identität. Die Entfremdung von der Welt. Der Fachbereich Demenz steht Betroffenen und Angehörigen zur Seite, informiert und begleitet sie auf ihrem schwierigen Weg.

Die Krankheit verändert alles

Herr B. (82) hat vor einigen Monaten die Diagnose Demenz vom Typ Alzheimer erhalten. Jetzt heißt es, mit einer Krankheit zu leben, die trotz akribischer Forschung noch nicht heilbar ist. Herr B. trifft sie schwer. Der pensionierte Oberstudienrat spürt schmerzlich den Rückgang seiner geistigen Fähigkeiten. Er liebte es, seinen Schülern in wort- und bildreichen Ausführungen die Welt der Wissenschaft nahe zu bringen. Doch nun entgleiten ihm die Wörter mitten im Gespräch, gehen verloren. Auch die Umgebung bekommt mit, dass mit dem einst hochintelligenten Mann etwas passiert. Deswegen zieht er sich zurück. Denn es ist anstrengend, eine Fassade aufrecht zu erhalten, die immer mehr bröckelt.

Verständnis als oberste Maxime

Seine Ehefrau lässt keine Möglichkeit aus, sich über die Krankheit zu informieren. Das gibt ihr ein Stück Kontrolle über das Unkontrollierbare. Im Angehörigenkurs der Caritas lernt sie, wie wichtig eine verständnisvolle, wertschätzende Haltung dem Demenzkranken gegenüber ist. Ihn nicht unter Druck zu setzen, wenn etwas nicht so funktioniert, wie es sollte. Geduld zu haben, weil jetzt alles sehr viel mehr Zeit in Anspruch nimmt: das Essen, das Sprechen, das Verlassen des Hauses, das Sich- Sammeln für die nächste Herausforderung. Das alles musste Frau B. erst lernen. Denn es ist nicht einfach zu akzeptieren, dass sich der aktive Ehemann in einen unbeholfenen Menschen verwandelt. Das Gefühl der Ohnmacht ist groß.

Auszeiten als Chance

Sie braucht dringend jemanden, mit dem sie sich austauschen kann, der sie versteht. Deswegen besucht Frau B. unseren Gesprächskreis für pflegende Angehörige. Dort findet sie Zuspruch, wenn die Kraft ausgeht. Zusätzlich nutzt sie die ambulante Dementenbetreuung, die sie stundenweise bucht. Gemäß der neuen Pflegerichtlinie werden die Kosten dafür von der Kasse übernommen. Außerdem findet alle 14 Tage der Mittwochstreff für Demenzkranke im Sozialzentrum statt. Neben geselligem Beisammensein bei Kaffee und Kuchen stehen dort das gemeinsame Singen vertrauter Lieder und spielerische Aktivierungsübungen im Mittelpunkt. Wenn Herr B. danach wieder nachhause kommt, lacht er und ist ausgeglichen. Das bestätigt die Ehefrau darin, guten Gewissens hin und wieder seine Betreuung abzugeben. Sie muss sich schließlich ihre Kräfte einteilen, um weiterhin für ihn da sein zu können.