Caritas Allgäu

Familienpate

... unterstützt und begleitet Menschen in ihrer individuellen Lebenssituation und arbeiten Hand in Hand mit den Fachdiensten der Allgemeinen Sozialberatung, Schuldnerberatung, Migrationsberatung und der Kontaktstelle für Menschen mit Behinderung zusammen.

Struktur der Patenschaft

 

  • Voraussetzung ist eine Schulung mit 5 mal 2-3 Stunden Umfang
  • Einmal im Monat treffen sich die ausgebildeten Familienpaten zum Team
  • Darüberhinaus besteht die Möglichkeit der Einzefallbesprechung
  • Der Einsatz als Pate umfasst ca. 3-8 Stunden in der Woche


Voraussetzung für die Patenschaft

  • Durch Beruf oder Familie in den Dingen des täglichen Lebens selbst gut zurecht kommen, gut organisiert sein
  • Interesse an anderen Menschen, auch wenn sie in Notlagen sind oder andere Lebensentwürfe haben als man selbst

 

 

Alltag bewältigen

Eine alte Dame, die niemand hat. Eine Mama, die den Alltag mit ihren drei Kindern und dem Job alleine regeln muss. Ein Herr, der in seiner neuen Heimat Deutschland mit vielen Herausforderungen kämpft, weil einfach alles anders ist. Alle bräuchten etwas Unterstützung. Nicht unbedingt ein Sozialamt oder eine Beratungsstelle. Sondern jemanden, der ihnen etwas zur Hand geht, bei bestimmten Anforderungen des täglichen Lebens behilflich ist. Ehrenamtlich als Familienpate tätig zu sein, bedeutet konkrete Hilfe im Alltag zu leisten. Die regelmäßigen Treffen mit anderen Familienpaten und das Netzwerk aus Fachleuten sorgen dafür, dass man in dieser verantwortungsvollen Tätigkeit nicht allein bleibt. Das Konzept geht auf.

Starke Frauen

Für die 36-jährige Karin steht fest: "Das ist genau das soziale Engagement, das ich gesucht habe. Mein Schwerpunkt liegt eindeutig in der Arbeit mit Familien. Ich habe selbst Kinder und will mein Wissen im Umgang mit ihnen weitergeben. Für mich ist es eine Bereicherung und eine tolle Aufgabe, andere Mütter zu begleiten die gerade eine schwierige Phase durchmachen. Ich habe schon Kinderbetreuung und Hausaufgabenhilfe organisiert. Gespräche bei Ämtern oder in der Schule begleitet. Umzüge und Renovierungsarbeiten gehören langsam zu meinem Spezialgebiet. Ich bin mir sicher, dass die Familienpaten ein Zukunftsmodell sind. Denn in einer Zeit, in der sich die tratditionelle Familie immer stärker auflöst, braucht es solche Initiativen."

Rückendeckung

Frau Y., die seit mehr als einem Jahr von einem Paten begleitet wird, berichtet: "Ich bin jetzt schon über 30 Jahre in Deutschland. Mit der Sprache klappt es ganz gut, aber richtig lesen und schreiben habe ich nie gelernt. Weder in Deutschland noch in meiner Heimat. Bei den ersten Treffen haben wir alle Unterlagen durchgeschaut. Versicherungen und so. Ein paar Sachen haben wir dann gekündigt, weil sie gar keinen Sinn machen. Das hätte ich mich alleine nicht getraut. Ich konnte die Sachen nicht lesen und darum auch nicht richtig einschätzen. Jetzt kommt ein Pate alle zwei Wochen und wir schauen gemeinsam die Post durch. Wenn ich mir bei Behörden und beim Jobcenter unsicher bin, begleitet er mich."