Caritas Allgäu

Allgemeine Sozialberatung

Die Stelle versteht sich als erste Anlaufstelle für Menschen, die wegen persönlicher und wirtschaftlicher Probleme oder Krisensituationen nicht mehr Ein noch Aus wissen. Sie hilft durch Information, Beratung und konkrete Unterstützung. Die allgemeine Sozialberatung arbeitet mit Trägern anderer Organisationen zusammen. Wir vermitteln deswegen auch andere Hilfsangebote.

Unsere Dienste für Sie:

Kostenlose und vertrauliche Beratung bei

  • persönlichen Konflikten
  • finanziellen Schwierigkeiten
  • gesundheitlichen Beeinträchtigungen
  • sozialrechtlichen Fragen
  • behördlichen Angelegenheiten
  • gesellschaftlicher Isolation

 

Richtungen weisen

Frau V. ist Altenpflegerin, Witwe und Mutter von vier Kindern. Ihr Ehemann starb vor drei Jahren an Krebs. Er wurde nur 44. Seitdem muss Frau V. allein für die Familie sorgen, was sie vor große Herausforderungen stellt. Der älteste Sohn (16) macht gerade eine Ausbildung zum Koch, die Tochter (12) besucht die Förderschule, die Zwillinge (5) gehen ganztags in den Kindergarten, da Frau V. in Wechselschichten arbeitet.

Wer Kinder hat, weiß, wie vielfältig die Bedürfnisse sind. Die Kleinen benötigen Kleidung und Schuhe, der Älteste einen Messersatz für seine Lehrstelle, die Tochter möchte auf eine Freizeit fahren. Doch die Witwenrente ist sehr gering. Der Ehemann war selbständig, versäumte aber, die Familie finanziell abzusichern. Nach Abzug aller festen Ausgaben hat sie noch ganze 250 Euro zum Leben übrig. Auf verschiedenen Ämtern versucht Frau V. deshalb Unterstützungsleistungen zu beantragen. Sie wird von einer Fachstelle zur nächsten geschickt, ohne konkrete Zusagen zu bekommen. Weil sie irgendwann nicht mehr weiter weiß, wendet sich Frau V. an die Sozialberatung der Caritas.

Türen öffnen – Durchblick schaffen

In der Sozialberatung können wir gemeinsam klären, dass die Familie Anspruch auf Wohngeld hat. Diesen Antrag nimmt Frau V. von unserer Beratungsstelle gleich mit. Selbstverständlich helfen wir ihr beim Ausfüllen einzelner Punkte. Mit dem Jugendamt können wir sofort klären, dass eine finanzielle Unterstützung für die Kindergartenplätze möglich ist. Einen Termin für diese Antragstellung vereinbaren wir sofort. Eine Stiftung erklärt sich einverstanden, die Kosten für das Messerset des Sohnes zu 75 % zu übernehmen, den Rest kann er selbst schultern. Nach einigen ermutigenden Gesprächen ist Frau V. auch bereit, in der Schule der Tochter anzufragen, ob ein Zuschuss für die Freizeit möglich ist. Ein nicht ganz leichter Schritt. Eine lähmende Mischung aus Schuldgefühlen und Scham hat sie bisher daran gehindert.
Große finanzielle Sprünge kann die Familie zwar auch jetzt noch nicht machen. Das Gefühl, bei jeder neuen finanziellen Herausforderung wieder ganz am Anfang zu stehen, belastet sehr. Doch Frau V. weiß, dass sie nicht alleine kämpfen muss.