Caritas Allgäu

Ambulant Betreutes Wohnen

Sie möchten gerne ein selbstständiges Leben führen, benötigen aber in einzelnen Bereichen Unterstützung? Das Ambulant Betreute Wohnen unterstützt diesen Wunsch nach Selbstständigkeit und Teilhabe an der Gesellschaft.

Unsere Hilfe für Sie:

  • Eingliederungshilfe nach § 53 SGB XII zum selbstständigen Wohnen
  • Konkrete Hilfe- und Zielplanung
  • Begleitung zu Arztterminen
  • Reiningung der Wohnung
  • Gestalten einer Tagesstruktur
  • Planung der Freizeit
  • Assistenz beim Ausstieg aus dem Suchtmittelmissbrauch

 

Leben helfen

Das Leben ist häufig genug eine Herausforderung. Schon für gesunde Menschen. Jeder kennt Phasen, in denen die Kräfte fehlen, sich mit seinen Problemen auseinander zu setzen. Meistens gehen diese Phasen wieder vorüber. Doch Menschen mit einer psychischen Erkrankung oder einer Suchterkrankung stehen oftmals jahrelang alleine auf verlorenem Posten, weil sich ihr Zustand eben nicht zu ändern scheint. Sie ziehen sich zurück, die Mitmenschen rücken von ihnen ab. Mit dem Kontaktverlust werden auch alltägliche Aufgaben zu unüberwindbaren Hürden. Damit sie in dieser Situation nicht länger alleine gelassen werden, gibt es seit einiger Zeit das Ambulant Betreute Wohnen (ABW).

Mut für den Alltag

Herr S. ist alkoholabhängig. Von Kindheit an ist er in Heimen aufgewachsen. Als Jugendlicher wurde er immer wieder unter Alkoholeinwirkung straffällig. Nach einem Strafvollzug und einer Entziehungskur kam Herr S. in eine therapeutische Einrichtung, in welcher er ein Jahr lang trocken blieb. Nach dieser „Rundumversorgung“ war der Umzug in die erste eigene Wohnung ein Schock. Das ehemalige Heimkind noch nie auf eigenen Beinen gestanden. Das muss Herr S. jetzt Schritt für Schritt lernen. Dabei begleiten wir ihn kontinuierlich. Wir unterstützen ihn bei Behördengängen, bei der Arbeitssuche und beim Einkaufen, weil er noch immer Angst davor hat, im Supermarkt allein an Alkoholregalen vorbei zu gehen. Ein wichtiger Schritt auf seinem Genesungsweg ist vor allem, dass Herr S. begreift, dass Freizeit und Freizeitgestaltung auch ohne Alkohol möglich sind. Billardspielen mit Apfelschorle, Ausgehen, um Kaffee zu trinken: ein ganz neuer Lebensentwurf. All dies erfordert viel Zeit und den Mut, mit alten Gewohnheiten zu brechen. Dabei ist die Frustrationsgrenze immer noch sehr gering, so dass es häufig zu Rückfällen kommt. Die enge Zusammenarbeit mit seinem gesetzlichen Betreuer, den behandelnden Ärzten, der Arbeitsagentur und seinem Arbeitgeber sorgt für ein dichtes Netz an Bezugspersonen, die ihn in diesen Situationen immer wieder auffangen. Herr S. braucht eben mehr als eine zweite Chance.